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Politisches Nachtgebet

Montag, 9. Mai, 18:30 - 19:00

Krieg und Frieden 

Politisches Nachtgebet auf dem Ring in der Altstadt

Die Tradition einer politisch-spirituellen Feier geht auf Dorothee Sölle zurück, die sagte: «Jeder theologische Satz muss auch ein politischer sein.» Auf dem Hintergrund des Vietnamkrieges wurde 1968 von ihr und Marie Veit, Fulbert Steffensky, Heinrich Böll, Vilma Sturm u.a. über Krieg und Frieden nachgedacht. Wer profitiert vom Kriegsgeschehen, welche Kräfte ziehen es in die Länge, wer muss seinen Kopf hinhalten und welche falschen Mythen werden erzählt? Und was sagen wir dazu? Am 82. Deutschen Katholikentag in Essen beschloss die Gruppe, einen politischen Gottesdienst zu feiern und kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Die Veranstalter des Katholikentages setzten diesen aber erst auf 23 Uhr an, worauf die Gruppe die Veranstaltung «Politisches Nachtgebet» nannte. Politik war damals in der evangelischen und in der katholischen Kirche nicht gern gehört. Viele Kirchenmitglieder ereiferten sich über „die frechen Linken,“ die den Kirchenraum mit klaren Worten und neuen liturgischen Formaten eroberten. 

Pfr. Peter Bernd (röm.-kath. Kirche), Luzia Sutter Rehmann und Noël Tshibangu (Arbeitskreis für Zeitfragen) nehmen anlässlich der gegenwärtigen Krisen das Format des politisch-theologischen Nachtgebets wieder auf. Denn alles kirchliche Reden und Tun ist politisch – auch das Belanglos-Bleiben, das Wegschauen und Aus-der-Welt-Vertrösten, weil es dazu beiträgt, dass es so weitergeht wie bis jetzt. Wir aber wollen nicht, dass es so weitergeht. 

Flüchtende Menschen müssen geschützt werden, aber nur, wenn sie aus der Ukraine kommen? Angesichts der Kriegshandlungen im Osten Europas rüsten die Staaten massiv auf. Beides gibt uns zu denken: Mauern und Waffen erzeugen keine sichere Welt. Aber was sollen wir sonst tun? Die Bibel fordert uns heraus, beharrlich Gerechtigkeit und Frieden zusammenzudenken und dafür einzustehen.

Darum laden wir alle ein, einen Moment innezuhalten. Bringt Blumen mit! 

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