«Golgatha ist keine Zahnpasta, und Sodom und Gomorrha sind kein Ehepaar. Noah ist nicht bloss der Vorname von Boris Beckers Sohn und Hiob nicht allein der Titel eines Romans von Joseph Roth…» so beginnt die Publizistin Christine Brinck ihre Polemik «Wo wohnt Gott? Und wozu müssen wir das wissen? Über den religiösen Analphabetismus der westlichen Gesellschaften»

Aus: Zeit.de, Glaube-Bibel-Religion  

Der Arbeitskreis für Zeitfragen bietet verschiedene Möglichkeiten, sich mit den christlichen Inhalten, den biblischen Texten und den eigenen religiösen Wurzeln auseinanderzusetzen. Es gibt Langzeitangebote und punktuelle Seminare oder Leseabende. In allen Angeboten ist es immer zentral, die Fragen der TeilnehmerInnen  ernst zu nehmen. Die Texte sprechen nicht für sich – wir sind es, die sie zum Sprechen bringen. Befreiungstheologie, kontextuelle Theologie, Feministische Theologie haben gemeinsam, dass die Menschen im Zentrum stehen. Ihre Nöte sind der Ausgangspunkt. Ihre Sehnsucht ist das Feuer.

Warum ist die Bibel für uns ein gewichtiges Buch? Ist sie nicht viel zu kompliziert und verstaubt? – Sie ist wichtig, weil sie uns Geschichten gibt, Worte, Sprache und Narrative, die anders sind als der Mainstream. Wir brauchen heute andere Erzählungen, die nicht in die Zerstörung führen, sondern Wege aus Katastrophen weisen.

Seminare:  Die Gruppe befasst sich mit einem grösseren Zusammenhang oder einem Buch aus der Bibel. Alles darf gefragt werden. Sorgfältig gehen wir jedem Detail nach, landen in den sozialgeschichtlichen und politischen Hintergründen des Textes und verbinden diese Linien mit den Fragen der Gegenwart.

  • Das Bieler Lernhaus findet einmal pro Jahr statt, im Frühling. Es heisst Lernhaus, weil es um das gemeinsame Lernen geht – nicht um das Lehren. Es dauert von Sonntagnachmittag bis Montagnachmittag. Leitung: Peter Winzeler und Luzia Sutter Rehmann
  • Ein ähnliches Zeitformat haben die Seminare, die Freitagabend und Samstag stattfinden: Im Juni 2018 z.B. das Seminar:  „Wenn die Vernunft schläft …Biblische, tiefenpsychologische und politische Auseinandersetzung mit der Dämonisierung der Anderen heute“ (Kooperation mit Comundo, Romerohaus Luzern)
  • Ein Jahr später das Seminar: „Reclaim the Bible am biblischen Erzählfaden entlang mitten in die Welt von heute“ (mit Prof. Brigitte Kahl, New York).

Lesegruppen: Lesegruppen finden einen Abend im Monat statt. Hier geht es darum, sich mit einem konkreten Bibeltext vertraut zu machen, ihn zu lesen, in Kleingruppen zu befragen.

  • Die Lesegruppe BibelBrot startete im Herbst 2017 und traf sich monatlich. An jedem Abend wurde  zusammen ein biblischer Text gelesen, kritisch befragt und nach dem gesucht,  was trägt.
  • Die Lesegruppe Reclaim the Bible fand im Herbst 2018 an fünf Abenden im Wyttenbachhaus statt, 19-21h. Leitung: Dr. Luzia Sutter Rehmann

Langzeitfortbildungen: Es gibt zwei Langzeitfortbildungen, die allen offenstehen, d.h. es braucht keine speziellen Voraussetzungen. Hauptsache ist das Interesse und die Bereitschaft, sich auf einen Weg einzulassen.

  • Der Evangelische Theologiekurs (ETK) ist eine Langzeitfortbildung, die auf drei Jahre ausgelegt ist.  Die Kursabende finden jede Woche statt ausser während der Schulferien. Bibel, Ethik, Theologie, Geschichte, Religionen und Konfessionen werden genau angeschaut. Theologie soll erfahrbar sein, die eigenen Gedanken und Fragen sind wichtig, um lernen zu können. Gruppenarbeiten und Inputs wechseln sich ab. Unterlagen werden abgegeben. Die TeilnehmerInnen des Kurses 2015 – 2018 haben ihre Erfahrungen für sich selber und für Interessierte in einem kleinen Heft festgehalten: Booklet Evangelischer Theologiekurs 2015-2018
    Der neue Kurs startet im Oktober 2019: Flyer Evangelischer Theologiekurs 2019 – 2022
  • Das Fernstudium Feministische Theologie ist eine Langzeitfortbildung über 18 Monate. Feministische Theologien sind weltoffen, kritisch gegenüber Sexismus, Rassismus und Antijudaismus. Die Ansätze der feministischen Theologinnen der letzten drei Jahrzehnte stehen im Kurs zur Debatte. Die TN erhalten Unterlagen, die sie im Selbststudium durcharbeiten. Jedes Modul wird an einem Studientag vertieft, wo alle sich treffen und austauschen können. Hochkarätige Referentinnen werden beigezogen. Das Fernstudium wurde bereits dreimal durchgeführt.
    Flyer Fernstudium 2014