Seit dem Herbst 2019 ist der Arbeitskreis für Zeitfragen daran, einen Thinktank Sexualität im kirchlichen Kontext aufzubauen. Engagierte Personen aus Biel und anderswo bearbeiten aktuelle Fragen und machen auf strittige Punkte aufmerksam.

Die Mitglieder des Thinktanks haben 2020 ein Glossar erarbeitet als Orientierungshilfe für die Gesprächssynode. Begriffe werden kurz erklärt, so dass man sich besser verstehen kann.
Das Glossar kann hier heruntergeladen werden:

Glossar Ehe für alle (pdf d)

Repères terminologiques Mariage pour tous (pdf f)

Sexualität – ein Thema für die Kirche

Sexualität geht uns alle an. Auch Christ*innen leben in Beziehungen, profitieren von medizinischen Errungenschaften, engagieren sich für Menschenrechte, insbesondere auch für die Rechte von Frauen, von Minderheiten und leiden an Vorurteilen anderer. Am gesellschaftlichen Wandel haben sich auch Reformierte beteiligt. So hat die reformierte Kirche viel von der ökumenischen Frauenbewegung und der feministischen Theologie gelernt. Der Queer-Community verdankt die Kirche eine Befreiung von menschenverachtenden und einengenden Mustern. Der Arbeitskreis möchte zur Transformation in eine gerechtere, offene, partizipative Gesellschaft beitragen.

Willkommen in einer bunten Welt!

Vier Angebote zu sexueller Vielfalt in der Gesellschaft, der Natur und der Familie: 26. August | 31. August | 8. September | 30. September 2021
Den Flyer dazu finden Sie unter diesem Link.

Die Blogserie „Queer Altern“ vom Frühjahr 2021 finden Sie unter diesem Link. Und hier den Artikel im Bieler Tagblatt vom 10.5.21 zum Thema, inkl. Interview mit Sabina Misoch.

Während des Lockdowns im Frühling 2020 entstand die fünfteilige Video-Serie: Vorsicht Tabu – Gespräche zu Bibel, Kirche und Sexualität.

1 – Kirche und Sexualität. Ein Gespräch beginnt

2 –Bibel und Homosexualität

3 – Ehe für alle.

4 – Beziehungsnetze in der Bibel

5 – Wie weiter?

Hintergrund zum Kernbereich: 

Die Geschichte der Kirche ist immer auch ein Spiegel für das, was in einer mehrheitlich christlichen Gesellschaft läuft und was nicht. Das öffentliche Bild der Kirche wurde teilweise aufgrund der negativen Vorfällen und Machtmissbrauch Einzelner zum Teil sehr beschädigt. Seit den 1970er Jahren ist dennoch vieles rund um Sexualität in Bewegung gekommen. Hier ein paar Beispiele:

  • Die Ehe für alle ist vom Parlament gutgeheissen worden (am 9.6.20). Damit sind alle Paare in der Schweiz endlich gleichgestellt. Lädt die reformierte Kirchgemeinde homosexuelle Paare ein,  freut sie sich mit ihnen über diesen grossen Schritt – oder schweigt sie einfach?
  • Vorehelicher Sex wird nicht mehr als Sünde bezeichnet. Scheidung ist kein moralisches Versagen mehr. Überhaupt zeigt man nicht mehr mit dem Zeigefinger… gottlob, das hat aufgehört. Was ist der Beitrag der reformierten Kirche (s. ref.ch) zur Demokratisierung der Rechte, zur Gleichstellung der Geschlechter, zu mehr Gerechtigkeit?
  • Die Pille feiert dieses Jahr ihren 60. Geburtstag – ist das ein Grund zum Feiern? Verhütung wurde einfach, Frauen wurden nicht mehr so schnell ungewollt schwanger. Das ist eine grosse Errungenschaft. Doch wo bleibt die Pille für den Mann?
  • Dank dem Druck der Frauen auf der Strasse und im Parlament wurde der Mutterschaftsurlaub möglich, die Anrechenbarkeit der Familienarbeit für die AHV u.v.m. Die Evangelische Kirche Schweiz (EKS) setzte sich auch mit Schwangerschaftsabbruch auseinander.
  • Setzt die reformierte Kirche sich auch für Gleichstellung der Väter ein, z.B. für einen Vaterschaftsurlaub?

Luzia Sutter Rehmann und Noël Tshibangu