Gemeinsam glauben

Diese beiden Worte stehen 2026 programmatisch über der Woche der Religionen in Biel.

Das Gemeinsame hat einen grossen Wert für den Runden Tisch der Religionen Biel, der die Woche verantwortet. Seit einem Jahr treffen sich die Mitglieder wieder regelmässig zu Austausch, inhaltlicher Diskussion und Planung von Anlässen, jeweils zwischen acht und zwölf Menschen aus verschiedenen Gemeinschaften – christlich, jüdisch, muslimisch, baha’i – kommen zusammen im Ring 3, am Ort des Arbeitskreises für Zeitfragen, oder in den Räumlichkeiten der Gemeinschaften. Ausserdem fand Ende August eine Retraite statt, zu welcher wir nach Bern ins Haus der Religionen reisten, um in inspirierender Atmosphäre über die Weiterentwicklung der Gruppe zu sprechen.

Eine intensive Auseinandersetzung also, in welcher die Mitglieder des Runden Tisches zurzeit stehen und die sie mit viel Engagement und grossem Respekt führen. Im Bewusstsein um die unterschiedlichen Stellungen in der Gesellschaft, die ganz und gar ungleichen Ressourcen und damit auch Möglichkeiten des Engagements. Es ist uns allen wichtig, diesen Dialog zu führen.

Wir sehen es als Geschenk, uns als Menschen zu versammeln, die glauben: in ganz unterschiedlichen Ausprägungen, mit unterschiedlichen Wegen und Praktiken. Dass wir uns ausrichten auf etwas, das uns übersteigt und Deutungshorizont gibt, eint uns.

Dialog führen – und darüber sprechen

Den Mitgliedern des Runden Tisches ist nicht nur wichtig, den Dialog zu pflegen, sondern auch, davon zu berichten, in die eigenen Gemeinschaften hinein und auch in die Gesellschaft hinaus. Denn es ist elementar, dass die Gläubigen in den Gemeinschaften erfahren von dem Austausch, der stattfindet, dass sie wahrnehmen, dass ihre Gemeinschaft andere Haltungen hört, reflektiert und mit der eigenen in einen Vielklang bringt. Und dass sie sich eingeladen fühlen, an den öffentlichen Anlässen dabei zu sein. Und es ist ebenso elementar, dass auch Menschen, die nicht an eine Religionsgemeinschaft gebunden sind, von diesem Dialog wissen. Einem Dialog, der sich mit dem Gemeinsamen beschäftigt, aber auch mit dem, was schwierig ist, was trennen kann. Der Runde Tisch der Religionen will festhalten am Gespräch. Wir sind überzeugt, dass nichts es ersetzt und nichts daran vorbeiführt.

Ein vielfältiges Programm

Der Runde Tisch der Religionen lädt dieses Jahr zu einem Anlass auf dem Zentralplatz, um die Woche der Religionen zu eröffnen. Inmitten der Gesellschaft lebt zeigt der  Runde Tischseine Gemeinschaft und animiert zu Gespräch, Austausch, gegenseitigem Kennenlernen. Suppe und Brot nähren den Körper, Texte, Klänge und Stille laden ein, in ein Gefühl des „Gemeinsamen“ zu kommen, sei es für eine Minute, sei es für eine halbe Stunde.

Ein Diskussionsabend zu Texten aus verschiedenen religiösen Traditionen und eine musikalische Feier führen tiefer ins Thema des „Gemeinsam glauben“, rational und emotional. Mit dem Film „Wo ist Gott“ gehen wir in Begleitung der Protagonist:innen auf die Suchen nach Spiritualität und der Frage nach Bedeutung und Sinnhaftigkeit im Leben.

Die Jüngsten und ihre Begleitpersonen sind ebenfalls eingeladen. Anhand (oder Mit Hilfe) eines Bilderbuchs wird gezeigt, wie in einer multireligiösen Familie gemeinsam Glauben gelebt wird.

Seit 20 Jahren

Die Woche der Religionen feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag: Zum 20.Mal wird sie in der Schweiz begangen, oder eben: gefeiert.

Als ein Zeichen gegen Radikalisierungen hüben wie drüben, Abschottung und die Vorstellung, eine einheitlich religiöse Kultur wäre gut für unsere Gesellschaft. Ein Zeichen für Vielfalt, Buntheit, und der Freude daran sowie des Willens, dieser Sorge zu tragen, sie bewusst zu pflegen und an der friedensfördernden, gemeinschaftsstiftenden Kraft von Religion(en) zu arbeiten. Seien Sie willkommen an der diesjährigen Woche der Religionen!

👉🏼 Hier geht es zum Programm der Woche der Religionen 2026