Ab 1. August wird Adina Karrer als Studienleiterin des Arbeitskreises für Zeitfragen in der Kirchgemeinde arbeiten. Die Schwerpunkte ihrer 70%-Anstellung werden Veranstaltungen und Projekte zu Zeitfragen sein, ebenso die Arbeit mit Migrationskirchen. 

 

 

Gabriela Allemann: Liebe Adina, wer bist du?

Adina Karrer: Ich bin verträumt geerdet. Ich denke kreativ und viel. Ich mag Menschen und die Stille. Ich bin grosszügig mit Lob bei Mitmenschen und umso grosszügiger mit Kritik an mir selbst. Ich fühle tief, sodass sich manchmal gar keine Worte dafür finden lassen. 
Ich bin Frau, bin Mutter, bin Partnerin, bin Tochter und Schwester. Ich bin 32 Jahre alt und lebe mit meiner Familie auf dem Frienisberg. Ich habe Sozialanthropologie und Islamwissenschaften an der Universität studiert und freue mich auf meine Arbeit als Studienleiterin im Arbeitskreis für Zeitfragen.

Worauf freust du dich besonders in der Arbeit?
Ich freue mich sehr darauf, mich in meinem Berufsalltag mit Zeitfragen auseinandersetzen zu dürfen! Themen, die bewegen, gemeinsam mit Leuten aufzugreifen, zu wälzen, zu hinterfragen, zu formen und zu gestalten. Und auch, Menschen Gehör zu schenken und gemeinsam einen Weg zu gehen.

Und wenn du frei hast, was machst du da am liebsten?
Ich unternehme gerne etwas mit meiner Familie, treffe mich auf ein Käfeli oder auf einen Schwumm in der Aare mit Freund*innen oder geniesse auch durchaus gerne mal ein paar Minuten oder Stunden für mich allein.

Diese Stunden sind ja kostbar: Du bist Mutter eines knapp 1.5-jährigen Sohns. Was lernst du zur Zeit von ihm?
Mein Sohn lehrt mich, im Moment zu leben, auch wenn das kitschig klingen mag. Denn ja, meist kommt es ganz anders, als es geplant war. Durch seine Augen die Welt zu beobachten und zu sehen, erweitert meinen Horizont auf eine wunderbare Weise.

Du liest auch gern. Welches Buch hat dich zuletzt besonders beeindruckt?
Der Roman „Jacaranda“ von Gaël Faye. Der Autor kritisiert auf subtile und doch scharfe Weise die systematische Destabilisierung der unterdrückten ruandischen Gesellschaft durch die Kolonialmacht Belgien, und wie sich dies auf den späteren Genozid ausgewirkt hat. Es hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie komplex und perfide Kolonialmächte vorgingen/vorgehen und wie einfältig, diskriminierend und selbstgefällig der westliche Blick darauf ist.

Und zum Schluss: Was schenkt dir Hoffnung in dieser turbulenten Zeit?
Das ist eine grosse Frage! Hoffnung schenkt mir meine Liebe zu und die Liebe von meinen Nächsten. Sie zeigt mir, dass Schönes und Wohlwollendes in unserem Zusammenleben auf dieser Welt möglich sind.
So gewinnt der folgende Vers aus der Bibel auch an Bedeutung für mich: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ 1.Korinther 13,13

Wir heissen Adina Karrer herzlich willkommen, freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ihr und wünschen viel Freude, bereichernde Begegnungen und Momente in der Kirchgemeinde!