Laudato si’: 10 Jahre Enzyklika – und nun?
Mit dem Besuch der Ausstellung im Museum der Kulturen in Basel «Alles lebt» schloss die Lesegruppe ihre intensive Beschäftigung mit der Enzyklika von Papst Franziskus «Laudato si’» ab. Das Bild des Menschen als Teil der Schöpfung, als Wesen unter anderen Wesen, ist wesentlich für eine Veränderung des menschlichen Verhaltens in dieser Welt: vom ausbeuterischen Umgang mit der Natur hin zu einem respektvollen Miteinander.
Nach der Auftaktveranstaltung mit Bernd Nilles, der in die Entstehung des Dokuments einführte und seine enorme Wirkung auf die Klimakonferenz in Paris 2015 betonte, besprach die Gruppe an sechs Abenden die sechs Kapitel der Enzyklika.
Frust und Ermutigung
Die Leseerfahrungen waren ganz unterschiedlich, es gab Befremden und Enttäuschung über zu wenig Konkretion, neue Erkenntnisse – wenn auch kleine – zu der Wichtigkeit, sich an der Schöpfung zu erfreuen, Frust darüber, wie wenig in Bewegung gekommen ist seit 2015 oder sich gar zurück entwickelt hat, in den Diskursen und den konkreten Bestrebungen.
Dass es hilfreich ist, ein solches Werk in der Gruppe zu besprechen, war Konsens: es spornt an, sich mit anderen über die eigenen Möglichkeiten auszutauschen und zu fragen, wie das eigene Handeln nachhaltiger werden kann. So werden auch wir als Kirchen klar in die Verpflichtung genommen, unsere Hausaufgaben zu machen und unseren Beitrag zu leisten. Dabei ist wichtig, auch die systemischen Bedingungen, die durch politische und wirtschaftliche Entscheide entstehen, im Blick zu behalten und auch zu adressieren.
Grüner Güggel
In der reformierten Kirchgemeinde geben uns Schöpfungsleitlinien einen ersten Rahmen für unser Verhalten, auch ist der Zertifizierungs-Prozess «Grüner Güggel» seit einigen Jahren im Gange. Damit werden die Leitlinien, fass- und messbar, im alltäglichen Handeln umgesetzt. Für die Umweltgruppe suchen wir zurzeit Menschen, die sich konkret dafür engagieren möchten, dass unsere Kirchgemeinde ihre Nachhaltigkeitsbemühungen steigert und sich zu klaren Zielen verpflichtet.
Wir freuen uns, wenn sich Interessierte melden beim Verantwortlichen des Umweltteams Valéry Blaser über valery.blaser@ref-bielbienne.ch oder 032 322 49 44.
Gabriela Allemann
Laudato si’: 10 Jahre Enzyklika – und nun?